Brus Rubio
„Meine Kunst spiegelt die Freude wider, eine eigene Perspektive zu entwickeln, die mit der Welt in Dialog tritt und mich in ein Reich des magischen Realismus trägt.
Mein Ziel ist es, die Bräuche und Werte meines Volkes zu bewahren, die überlieferten Traditionen, die Geschichte und die Mythologien unserer Weisen zu erforschen.
Meine Kunst schöpft aus den traditionellen Zeremonien und Visionen unserer Vorfahren, mit dem Ziel, sie in die heutige Zeit zu übertragen.“
Ancestrale Visionen und Zeitgenössische Realitäten
Brus Rubio ist ein indigener peruanischer Künstler, dessen Werk in den Landschaften, Geschichten und sozialen Realitäten des Amazonas verwurzelt ist. Seine Gemälde greifen die Traditionen seiner Gemeinschaft ebenso auf wie deren Verhältnis zum Wald: zu Pflanzen und Tieren, Zeremonien und Mythen, zu Wissen, das über Generationen weitergegeben wird.
In Rubios Bildern teilen Menschen, Tiere, Geister und Vegetation häufig denselben Bildraum. Seine Kompositionen sind reich bevölkert, beweglich und aufmerksam für die wechselseitige Abhängigkeit menschlichen und nichtmenschlichen Lebens.
Sie erinnern an die Minga, das Prinzip gemeinschaftlicher Arbeit und gegenseitiger Unterstützung, ebenso wie an Formen des Wissens, die durch Erzählungen, Gesang und gelebte Erfahrung vermittelt werden.
Dabei entwirft Rubio kein idealisiertes Bild des Amazonas. Seine Malerei setzt sich auch mit der Gewalt auseinander, die die Region geprägt hat: mit dem Erbe des Kautschukbooms, mit Umweltzerstörung, Korruption und der fortdauernden Ausbeutung indigener Territorien.
Die politische Dimension seines Werks ist von dessen visueller Fülle nicht zu trennen. Schönheit verdeckt den Konflikt nicht; sie gibt ihm eine Form.
Rubios künstlerischer Weg führte ihn von seiner Heimatregion in Städte wie Lima, Paris, Washington, Havanna, Miami und Shanghai. Dort treten amazonische Bildwelten mit neuen Umgebungen in einen Dialog.
Seine Kunst lässt den Wald nicht zurück, sondern trägt dessen visuelle Erinnerung, Geschichten und Formen des Sehens in den urbanen Raum.
Über die Jahre hat Rubio eine eigenständige zeitgenössische Bildsprache entwickelt, in der überliefertes Wissen und gegenwärtige Erfahrung aufeinandertreffen.
Seine Gemälde liefern kein vereinfachtes Bild indigenen Lebens oder des Regenwaldes.
Sie laden dazu ein, genauer auf die Beziehungen zwischen Land, Erinnerung, Gemeinschaft und Macht zu schauen.
Brus Rubio Churay ist ein zeitgenössischer indigener Künstler aus dem peruanischen Amazonasgebiet. Seine Werke wurden auf vier Kontinenten ausgestellt und befinden sich in Museums- und Privatsammlungen. Verwurzelt in seinem Murui- und Bora-Erbe, spricht seine Malerei aus der kulturellen Welt heraus, die sie darstellt, und steht zugleich im direkten Dialog mit der zeitgenössischen Kunst.
Zeitgenössische Indigene Kunst